Gebührenerhöhung beim Trinkwasser.

Göttingen, 15.12.2020  • Die Göttinger Stadtwerke erhöhen zum 01.01.2021 ihren Verbrauchspreis für Trinkwasser um 10 Cent von 1,93 Euro auf 2,03 Euro brutto pro Kubikmeter (entspricht 1.000 Litern) sowie den monatlichen Grundpreis von 5,48 Euro auf 7,60 Euro brutto. Für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 150 Kubikmetern Trinkwasser bedeutet dies Mehrkosten in Höhe von monatlich 3,37 Euro brutto. Zu dieser am 03.12.2020 vom Aufsichtsrat bestätigten Entscheidung haben zwei wesentliche Aspekte geführt.

Im Rahmen der Initiative „Der Niedersächsische Weg“ wurde als einer ihrer Eckpfeiler die Verdopplung der Gebührensätze für die Wasserentnahme von 7,5 auf 15 Cent netto pro Kubikmeter beschlossen, die von den Stadtwerken an das Land Niedersachsen abgeführt werden. Die Initiative ist eine bundesweit einmalige Allianz aus Landwirtschaft, Naturschutz und Politik zugunsten des Natur-, Arten- und Gewässerschutzes. Konkret sollen mit den Mehreinnahmen u.a. Maßnahmen zur Zustandserhaltung des Grundwassers und zur Reduzierung des Nitrateintrags finanziert werden.

Ein anderer Aspekt, der zur Preiserhöhung führt, ist das Zusammenspiel aus Wasserressourcen und Infrastruktur. „Trockenjahre, wie wir sie 2018 und 2019 erlebt haben, stellen vor diesem Hintergrund eine besonders große Herausforderung dar.“ so Dr. Gerd Rappenecker, technischer Vorstand der Stadtwerke Göttingen. Die Stadtwerke beziehen 80% des Trinkwassers aus der Harzer Sösetalsperre und 20% aus Göttinger Brunnen. Rappenecker weiter: „Damit wir auch in aufeinanderfolgenden Trockenjahren die Wasserversorgung für die Göttinger Bürgerinnen und Bürger zuverlässig gewährleisten können, müssen wir in die Becken für die Grundwasseranreicherung sowie die Pumpstationen auf unseren Eigengewinnungsanlagen investieren. Die Maßnahmen geben uns die Sicherheit, bei einem Niedrigpegel in der Söse für die Versorgung der Bevölkerung vorübergehend mehr Eigenwasser aus unseren Anlagen fördern zu können.“  

Die Stadtwerke betreiben in Göttingen aufgrund der vielfachen Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Versorgungsgebieten ein topografisch anspruchsvolles technisches Anlagennetz. Über 12 Pumpstationen und drei Druckzonen wird das Wasser in Versorgungsgebiete wie Nikolausberg, Roringen, nach Esebeck, auf die Zietenterrassen oder die Schillerwiesen befördert. Weiterhin gehören dazu drei Mischstationen, 22 Tiefbrun-nen sowie 22 Hochbehälter. Eine der wesentlichen Aufgaben ist außerdem die Instandhaltung und Erneuerung des fast 500 km langen Rohrleitungsnetzes, um Wasserverluste weitestgehend auf ein Minimum zu reduzieren.

Der durchschnittliche Verbrauch an Leitungswasser pro Person liegt in Deutschland bei ca. 120 Litern täglich. Davon entfällt der größte Anteil auf die Bereiche Körperpflege und Toilettennutzung, gefolgt vom Wäschewa-schen. Deutschland ist mit seinen strengen Regularien und Standards in der Deutschen Trinkwasserverordnung in Europa führend, was die Qualität aus dem Wasserhahn betrifft. Trinkwasser ist in unserem Land somit das bestkontrollierte Lebensmittel überhaupt.


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Ergänzender Hinweis Fredi Kunkel:
WGA Stegemühle – Wasser aus dem Leinekanal / Mühlengraben wird in Bevorratungsteiche geleitet. Von dort gelangt es in die Leinewasseraufbereitungsanlage. Über mehrere Gesteins-/Kiessschichten vorgereinigt und ein Rohrsystem geleitet, versickert es und reichert so das Grundwasser an/erhöht den Grundwasserspiegel.